Kurzantwort: Excel allein kann keine normkonforme XRechnung erzeugen — dafür braucht es XML nach EN 16931. Aber: Excel eignet sich hervorragend als Dateneingabe-Vorlage, aus der Sie die Daten in einen kostenlosen Online-Generator übertragen. Alternativ übernimmt eine kostenlose Buchhaltungssoftware alles automatisch.
Viele KMU und Freiberufler haben Rechnungsvorlagen in Excel und fragen sich: Kann ich diese für die XRechnung-Pflicht nutzen? Die kurze Antwort ist nein — aber Excel ist trotzdem nützlich als Vorbereitungshilfe. Wir erklären, warum, und zeigen den einfachsten Weg zur kostenlosen XRechnung-Erstellung.
Eine XRechnung ist eine strukturierte XML-Datei nach dem europäischen Standard EN 16931. Excel speichert Daten im proprietären .xlsx-Format — nicht als normkonformes XML. Auch wenn Excel grundsätzlich XML-Export unterstützt, entspricht der Export nicht dem XRechnung-Schema mit allen Pflichtfeldern, Namespaces und Validierungsregeln.
Was Excel nicht kann:
Was Excel kann: Als strukturierte Vorbereitungsvorlage dienen, in der Sie alle Rechnungsdaten sammeln, bevor Sie diese in einen Generator übertragen.
Diese Methode kombiniert das Bekannte (Excel als Dateneingabe) mit dem Notwendigen (normkonformer Generator):
Tragen Sie alle Rechnungsfelder in eine Excel-Tabelle ein: Absender und Empfänger (Name, Adresse, USt-IdNr.), Rechnungsnummer, -datum und Fälligkeitsdatum, Rechnungspositionen (Beschreibung, Menge, Einheitspreis, Steuersatz), IBAN für die Zahlung sowie — bei Behörden — die Leitweg-ID.
Rufen Sie den Mustang Project Generator oder PDF24 auf. Diese Tools erzeugen aus eingegebenen Daten eine normkonforme XRechnung-XML-Datei — ohne Registrierung. Übertragen Sie Ihre Excel-Daten manuell in das Formular des Generators.
Nach dem Ausfüllen erzeugt der Generator eine XML-Datei (z. B. rechnung_2026-001.xml). Laden Sie diese Datei herunter. Das ist die eigentliche XRechnung — nicht das PDF und nicht Ihre Excel-Tabelle.
Prüfen Sie die erzeugte XML mit dem KoSIT-Prüfassistenten. Dieser zeigt Fehler wie fehlende Pflichtfelder oder falsches Datumsformat an. Viele Generatoren validieren direkt beim Export.
Versenden Sie die XML-Datei per E-Mail oder über ein Lieferantenportal. Die XML-Datei muss 10 Jahre revisionssicher im Originalformat archiviert werden — nicht ausgedruckt oder in Excel konvertiert.
Tipp: Der Mustang Project Generator unter mustangproject.org ist komplett kostenlos, erfordert keine Registrierung und erzeugt sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD. Er ist die empfohlene Lösung für gelegentliche Rechnungen ohne Software-Abo.
| Methode | Kosten | Normkonform? | Archivierung | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Excel-Vorlage + Mustang Generator | Kostenlos | ✅ Ja | ⚠️ Manuell | Bis ~20 Rechnungen/Monat |
| Online-Generator (PDF24, Mustang) | Kostenlos | ✅ Ja | ⚠️ Manuell | Gelegentliche Rechnungen |
| E-Rechnungsportal des Bundes | Kostenlos | ✅ Ja | ⚠️ Manuell | Nur Bundesbehörden |
| Lexoffice / sevDesk | Ab 7,90 €/Monat | ✅ Ja | ✅ GoBD-konform | KMU, regelmäßige Nutzung |
| Excel allein (keine Tools) | Kostenlos | ❌ Nein | ❌ Nicht GoBD | Nicht geeignet für XRechnung |
Bereiten Sie eine Excel-Tabelle mit diesen Pflichtfeldern vor — dann ist die Übertragung in den Generator schnell erledigt:
Wenn Sie regelmäßig Rechnungen stellen (mehr als 10 pro Monat), ist der Excel-Generator-Workflow aufwändig. Buchhaltungssoftware wie Lexoffice oder sevDesk:
Lexoffice kostet ab 7,90 €/Monat und bietet eine 30-Tage-Testphase. Für die meisten Selbstständigen amortisiert sich das durch gesparte Arbeitszeit schnell. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Software-Vergleich.
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Tool-Namen, Preise und Fristen können sich ändern — prüfen Sie aktuelle Angaben auf den jeweiligen Anbieterseiten und beim Bundeszentralamt für Steuern.
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